Tags: Alltag

Das Leben ist kurz. Deswegen: Wer effizienter lebt, hat mehr vom Leben. Und ich verbringe meine Zeit ungern wartend bei einer Busstation. Daher habe ich mich etwas intensiver mit dem Problem der Wahl der richtigen Busstation auseinandergesetzt. Manche mögen mich deswegen für verrückt halten, aber ich basiere meine Entscheidungen am liebsten auf Grundlage von Fakten. Cool Daher präsentiere ich hier einen kurzen Exkurs in meine Welt: In die Welt der "Wahl der richtigen Busstation".

Es handelt sich um ein typisches Alltagsproblem. Nachdem ich teilweise mehrmals pro Woche mit dem Bus fahre, habe ich mich schon öfter damit beschäftigt welche Busstation für mich optimal ist. Und wie wir sehen werden, kann man durch die optimale Wahl durchaus Zeit einsparen. Das Problem wirkt trivial, ist aber auf den zweiten Blick sogar komplexer als gedacht.

Die folgende Skizze verdeutlicht die Situation. Zwei Busstationen liegen in Reichweite. Zunächst beschäftigen wir uns mit dem Fall das wir mit dem Bus ankommen und nachhause wollen. Ist daher die erste Station mit längerem Gehweg optimal, oder die zweite (kürzer von zuhause entfernte) Station?

Für die reale Entscheidung spielen persönliche Präferenzen wie der Faktor Zeit und der Faktor Anstrengung (durchs Gehen) auch noch eine Rolle. Für dieses Beispiel beschränke ich mich aber nur auf den Faktor Zeit.

Als Erstes habe ich mit der Messung der Konstanten begonnen:

  • Gehgeschwindigkeit: 5,1 km/h
  • Entfernung zu Station A: 250m
  • Entferung zu Station B: 150m
  • Zeit die der Bus zwischen den Stationen benötigt (inklusive Einstieg & Stehen bleiben bei der vorigen Station): 1,25min

Berücksichtigt man also die Fahrzeit des Busses so ist Station A optimal und zwar um 0,074min oder 4,4 Sekunden. Da man innerhalb der Fahrzeit des Busses bei 5,1km/h Gehgeschwindigkeit 107 Meter zurücklegen kann, ist es klar das Station A optimal ist.

Während aber die Fahrzeit des Busses als annähernd konstant angenommen werden kann, so ist die Gehgeschwindigkeit beeinflussbar. Bei variabler Gehgeschwindigkeit ergibt sich folgendes Bild:

Gehgeschwindigkeit [km/h] 3,5 4,0 4,5 5,0 5,5 6,0 6,5 7,0
Wegzeit für Station A 4,3 3,8 3,3 3,0 2,7 2,5 2,3 2,1
Wegzeit für Station B 2,6 2,3 2,0 1,8 1,6 1,5 1,4 1,3
Wegzeit für Station B + Fahrtzeit 3,8 3,5 3,3 3,1 2,9 2,8 2,6 2,5
Differenz in Sekunden 27,9 15,0 5,0 -3,0 -9,5 -15,0 -19,6 -23,6

In Abhängigkeit von der Gehgeschwindigkeit gibt es also eine eindeutige Entscheidung für Station B (Geschwindigkeit unter 4.8km/h) bzw. Station A (über 4.8km/h). Der Zeitvorteil hält sich aber noch in Grenzen. Man könnte nun noch die Unsicherheit über die tatsächliche Fahrzeit des Busses (Verzögerungen) als weitere Variable berücksichtigen, worauf ich in diesem Beispiel aber verzichte.

Stattdessen möchte ich nun den umgekehrten Fall berechnen: Wenn man mit dem Bus in Richtung Stadt fährt (siehe Skizze 2). Dazu treffen wir zwei weitere Annahmen: Die Abfahrtszeiten (Fahrplan) ist nicht bekannt. Und die Busse sind in regelmäßigen, gleichbleibenden Intervallen unterwegs. Da der Bus bei der kürzeren Station um die Ecke wegfährt, hat man bei der längeren Station den Vorteil den Bus zu erkennen und durch Laufen Zeit gutzumachen.

Die Konstanten:
In diesem Beispiel gehe ich davon aus den Bus 30 Sekunden vorm Eintreffen bei Station A zu erkennen und mit etwa 15km/h zu laufen. Außerdem muss die Fahrzeit des Busses um die Einstiegszeit (15sec) korrigiert werden (die beim Wegfahren nicht dazugezählt werden kann da man bis zur letzten Sekunden einsteigen kann).

In Abhängigkeit von der Gehgeschwindigkeit ergibt sich folgender Vorteil:

Gehgeschwindigkeit [km/h] 3,5 4,0 4,5 5,0 5,5 6,0 6,5 7,0
Wegzeit für Station A 2,6 2,4 2,2 2,0 1,9 1,8 1,7 1,6
Wegzeit für Station B 2,6 2,3 2,0 1,8 1,6 1,5 1,4 1,3
Wegzeit für Station B + Fahrtzeit 3,6 3,3 3,0 2,8 2,6 2,5 2,4 2,3
Differenz in Sekunden -55,7 -52,5 -50,0 -48,0 -46,4 -45,0 -43,8 -42,9

Durch die Möglichkeit zu Laufen ist es also in jedem Fall besser Station A zu wählen. Der Zeitvorteil liegt hier zwischen 43 und 56 Sekunden.

Dieser Vorteil ist aber eigentlich offensichtlich. Die weitaus interessantere Frage ist allerdings um wie viel dadurch auch die Wartezeit auf einen Bus kürzer wird bzw. in wie viel % der Fälle gelaufen werden muss. Denn in der Möglichkeit zu laufen liegt ja der eigentliche Vorteil, nicht darin das man immer laufen muss.
Dieser Vorteil ist wiederrum abhängig vom jeweiligen Busintervall:

Busintervall durchschnittliche Wartezeit Station B durchschnittliche Wartezeit Station A % weniger Wartezeit = % der Fälle wo laufen notwendig ist
3 min 1,5 1,25 17%
4 min 2 1,75 13%
5 min 2,5 2,25 10%
6 min 3 2,75 8%
7 min 3,5 3,25 7%
8 min 4 3,75 6%
9 min 4,5 4,25 6%
10 min 5 4,75 5%
11 min 5,5 5,25 5%
12 min 6 5,75 4%
13 min 6,5 6,25 4%
14 min 7 6,75 4%
15 min 7,5 7,25 3%

Zum Beispiel: Bei einem Intervall von 5 Minuten muss man in 10% der Fälle laufen und hat daher auch in 10% der Fälle eine geringere Wartezeit als bei Station B.

Denn bei der kurzen Wegstrecke habe ich keine Möglichkeit die Wartezeit zu beeinflussen. Bei idealer Gleichverteilung des Intervalls, ist die durchschnittliche Wartezeit also die Hälfte des Intervalls. Bei Station A verkürzt sich die längste mögliche Wartezeit (= Intervall) durch die Möglichkeit zu laufen um 30 Sekunden, wodurch sich die durchschnittliche Wartezeit um 15 Sekunden reduziert. Man könnte natürlich genauso zur kürzeren Station B laufen. Hier müsste man aber (aufgrund der behinderten Sicht) laufen ohne zu wissen ob es sich auch auszahlt. Dieses Risiko besteht bei Station A nicht.

Mit der längeren Strecke + Laufen habe ich also immer eine kürzere Wartezeit. Aber in wie viel % der Fälle erreiche ich durch diesen zusätzlichen Aufwand (längere Gehstrecke + optionales Laufen) auch den früheren Bus? Denn nur wenn ich den früheren Bus erwische zahlt sich das laufen auch wirklich aus.

Zur Berechnungsmethodik: Der Bus der mit der kürzeren Strecke erreicht werden kann ist der "Standard-Bus" der mit der längeren Strecke (durch Laufen) sowieso erreicht werden kann. Die Frage ist, in wie vielen Fällen auch noch der Bus davor erwischt werden kann, der mit der kurzen Strecke nicht erreichbar gewesen wäre.
Ich erwische dann den früheren Bus wenn ich den Bus mit der kürzeren Strecke nicht mehr erreichen kann, aber mit der längeren Strecke erwischen kann. Das heißt: Zeit der kurzen Strecke abzüglich der Zeit in die man selbst für die lange Strecke benötigt (inkl. Laufen) plus der Fahrzeit des Busses, in Relation zum Intervall.

Gehgeschwindigkeit [km/h]
Busintervall 3,5 4 4,5 5 5,5 6 6,5 7
3 min 31% 29% 28% 27% 26% 25% 24% 24%
4 min 23% 22% 21% 20% 19% 19% 18% 18%
5 min 19% 18% 17% 16% 15% 15% 15% 14%
6 min 15% 15% 14% 13% 13% 13% 12% 12%
7 min 13% 13% 12% 11% 11% 11% 10% 10%
8 min 12% 11% 10% 10% 10% 9% 9% 9%
9 min 10% 10% 9% 9% 9% 8% 8% 8%
10 min 9% 9% 8% 8% 8% 8% 7% 7%
11 min 8% 8% 8% 7% 7% 7% 7% 6%
12 min 8% 7% 7% 7% 6% 6% 6% 6%
13 min 7% 7% 6% 6% 6% 6% 6% 5%
14 min 7% 6% 6% 6% 6% 5% 5% 5%
15 min 6% 6% 6% 5% 5% 5% 5% 5%

Bei einem Intervall von 5min und einer Gehgeschwindigkeit von 5km/h erreiche ich in 16% der Fälle den früheren Bus durch das Gehen/Laufen zu Station B. Wenn ich bereit bin in 10% der Fälle zu laufen, dann ist die Wahl der Station A vorteilhaft für mich.

Ich hoffe damit habe ich alle Unklarheiten beseitigt! Cool

Don't shop at American EagleIf you are living in Austria your access to American apparel is pretty limited. I'm not talking about the brand ‘American apparel', but brands with southern Californian image like Hollister or American Eagle (AE). So, the only way (except for traveling to the states) is to order online - which I tried to do so at American Eagle - but failed.

It all began on May 9th with my order. On the following day I received an email that my order was pulled for additional checks:

Dear AE Shopper,

Thank you for contacting AE!

To enhance security to our customers we have instituted several new checks on orders to ensure the order is not being placed fraudulently. Your order was pulled for this verification process. Therefore your order was not allowed to process further.

If you would like for us to again attempt to receive the authorization necessary to process the order please send a fax a copy of your most recent billing statement, showing the last four digits of your credit card number as well as your address, along with your drivers license/state id to 724-779-7891, please include your order number. If you have any further questions please call 1-866-338-2389 (24 hours a day, 7 days a week) and we would be happy to assist you.

Thanks for being a part of the American Eagle brand!

Sincerely,

Your Friends @ ae.com

Alright. These checks are probably for my own safety if anyone is abusing my credit card. But I didn't like to send a copy of my photo ID (passport) over the internet. So, as a first step I sent them my credit card billing statement. Then again another email with standardized text arrived, telling me to fax a copy of my photo ID to a US-number. I still tried to convince the AE-guys that a ID is not needed, but after several more standardized emails, I sent them my photo ID (passport) and my last credit card billing statement. But then, the Odyssey really began:

Thank you for your recent fax. Unfortunately, we have not received a copy of your photo ID; therefore, your order was not processed. So that we may receive the verification necessary to process your order, please fax a copy of your photo ID to 1-724-779-7891. This information may also be sent via email attachment.

I thought that a passport should be very sufficient as a proof of identity, but it seems that American Eagle doesn't agree. After sending them my passport twice, I received another email. The billing statement showed my card number, my name and my address - and it was a perfect match with the AE order. At least I thought so.

Dear Alexander,

Thank you for your recent order.

To enhance security your order was pulled for additional verification. The name, billing address or phone number supplied was not a complete match with the information your credit card company has on file. For your protection this order was not allowed to process further. To continue processing your order, please reply with your name, billing address and billing phone number as it appears on your statement, or call 1-866-338-2389(24 hours a day, 7 days a week).

Thanks for being a part of the American Eagle brand and we're sorry for any inconvenience.

Thank you,
Customer Relations

I began to explain differences between ‘Alexander Schroll' (the name of the order) and ‘Mag. Alexander Schroll' (propably the name the credit card company has in file). And also the difference between Wien (credit card company) and Vienna (order). After that, I didn't hear anything from AE for one week, not even a shipping notice. That's why I emailed them again. Now they said, they would still need a photo ID. I was getting really mad and told them to cancel my order.

End of story: I had to send 7 emails to the AE customer service, but only to receive emails with standardized text telling me to send proofs of identification which I already sent. I don't know why it is so complicated to order a sum of around USD 200 at American Eagle. I have ordered more expensive things from around the world without any additional verification. But American Eagle seems to do these checks for every international customer.

And worst: It took 11 days between my order on May 9th and the cancellation of my order on May 20th.

I can only recommend you not to buy American Eagle online. Their customer service really sucks. (By the way: They also offer Paypal as payment methods, but only for US customers...)

 

Update: Nevertheless, I tried to order again with another credit card. This time, it took only 4 emails to verify my credit card information. But, because of exchange rate fluctuation (EUR is constantly depreciating) my order is now 6% more expensive than when I first ordered on May 9th.

Tags: Buch , Kirche , Vatikan AG

Vatikan AGIn den letzten Tagen hatte ich die Möglichkeit als einer der Ersten das frisch aus dem Italienischen übersetzte Buch „Vatikan AG" von Gianluigi Nuzzi zu lesen. Das Buch dreht sich um die Machenschaften der Vatikanbank sowie die Verschleierung der Vorfälle durch den Vatikan. Renato Dardozzi, Kanzler der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, hat diese Vorfälle vatikanintern untersucht. Seine gesammelten Dokumente wurden nach seinem Tod an Nuzzi übergeben und bilden die Grundlage für das Original-Buch „Vatikan S.p.A.".

Äußerst detailliert berichtet der Autor von den Missständen im Finanzsystem des Vatikans, allen voran das IOR, die Vatikanbank. Wer sich das Buch kaufen möchte, sollte Namen und Zahlen lieben. Denn es fällt schwer die Vielzahl der involvierten Personen die in die dubiosen Geschäfte und Vertuschungen verwickelt waren richtig zu merken und zuzuordnen. Wenn man sich einen spannungsgeladenen Roman oder Wirtschaftskrimi erwartet, wird man möglicherweise enttäuscht werden. Vatikan AG ist nun mal ein Sachbuch und überzeugt durch akribisch recherchierte (komplexe) Zusammenhänge über die Finanzpolitik des Vatikans in den 90er Jahren.

Das Buch zeigt die Verdunkelungs- und Verschleierungstaktik des Vatikans bei den Ermittlungen der italienischen Justiz. Insbesondere wird deutlich das der Vatikan wie ein normales Unternehmen handelt und es eben auch im Vatikan eine Reihe von schwarzen Schafen gibt. Die aufgedeckten Verhaltensweise unterscheiden sich nicht grundlegenden vom Verhalten in anderen Wirtschaftsskandalen. Ebenso gibt es auch keinen einzelnen Schuldigen, sondern eine ganze Reihe von Personen die in die illegalen Tätigkeiten involviert sind.

Die Tatsache dass ein Großteil der kriminellen Tätigkeiten nicht direkt von kirchlichen Angehörigen verbrochen wurde nimmt den Kirchenkritikern ein wenig den Wind aus den Segeln. Allerdings trägt die Verschleierungstaktik des Vatikans nicht zum guten Image der Kirche bei. Angesichts des momentanen Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche scheint das Buch genau zum richtigen Zeitpunkt erschienen zu sein.

Tags: Politik , Volksbefragung , Wien

Die Wiener Volksbefragung 2010 (eigentlich Wiener Bürgerbefragung) ist Geschichte. Und auch wenn Wien's Opposition das etwas anders sieht, so kann man die Volksbefragung doch als Erfolg und Imagegewinn für die SPÖ Wien verbuchen. Aus demokratiepolitischer Sicht war sie allerdings ein Totalschaden, wie auch Georg Günsberg schreibt.

Denn mehrere Dinge fallen negativ auf:

Manipulative Fragestellungen: Wenn auf einem Wahlzettel gleichzeitig die vorteilhafte Wirkung einer Ganztagsschule zu erwähnt wird; oder die Maßnahmen zur Verbesserung der Parkplatzsituation; oder das hervorragende Nachtbus-Angebot; dann kann man nicht mehr von einer neutralen Befragung sprechen. Auch wenn es nicht beweisbar ist, aber die Ergebnisse der Volksbefragung könnten durch diese manipulativen Fragestellungen stark verzerrt worden sein. Eine wissenschaftliche Vorgehensweise ist es jedenfalls nicht. Weiters kommt hinzu, dass die einzelnen Themen unzureichend beschrieben wurden. Was bedeutet Nachtbetrieb der Wiener U-Bahnen (15min Takt, 30min?). Bezieht sich die Citymaut auf die Innenstadt (wie in London), auf die inneren Bezirke oder auf die Stadtgrenzen? Christoph Chorherr (meiner Meinung nach der beste Wiener Stadtpolitiker) beschreibt dieses Definitionsproblem hinsichtlich der Citymaut sehr gut.

Hohe Kosten: 7,7 Millionen Euro wurden allein zur Bewerbung der Volksbefragung verwendet. Mit diesen Mitteln hätte der U-Bahn Nachbetrieb bereits mehr als ein Jahr finanziert werden können (5 Mio. EUR pro Jahr). Speziell angesichts der nicht eindeutigen Fragestellungen hätte man mit 100.000 EUR mit normaler Marktforschung wohl genauso viel erreichen können. Die Ergebnisse hätte ich ebenso vorhersagen können, für einen Bruchteil der Kosten.

Die Möglichkeit der Briefwahl ist ja durchaus praktisch. Aber nachdem am Samstag, 13.02. schon erste Ergebnisse veröffentlicht wurden und das offizielle Ende (spätestmöglicher Termin zur Einsendung der Wahlkarten) aber erst am 21.02. war, konnte die Wahl theoretisch noch verzerrt werden. Tatsächlich sind die Ergebnisse vom 13.02. und 21.02. annähernd gleich geblieben und haben nichts mehr verändert. Aber, aus demokratiepolitischer Sicht ist diese Vorgehensweise bedenkenswert.

Tags: Kunde , Orange , Service

Orange ÖsterreichVor kurzem habe ich mein kaputtes Sony Ericsson P1i, welches mir immerhin 1,5 Jahre gute Arbeit geleistet hat, gegen ein HTC G1 eingetauscht. Die Vielfalt des Android-App-Stores sowie die Einschränkung Termine und Kontakte nur online über Google Calendar & Gmail synchronisieren zu können, erforderten ein größeres Datenpaket.

Eigentlich, sollte die Bestellung eines Datenpakets ja eine einfache Sache sein. Bei Orange Österreich kommt es aber immer anders als man denkt. Denn eine Bestellung über den Service-Bereich auf der Website ist (im Gegensatz zu diversen Blackberry- oder SMS-Paketen) NICHT möglich.

Auf eine Emailanfrage hin, wurden mir dann aber nach 5 Stunden Wartezeit vier verschiedene Pakete zwischen 2 EUR (50MB) und 20 EUR (3GB) vorgeschlagen. Wie mir daraufhin aber per Email (und nochmals über die Hotline) gesagt wurde, ist es aber nur möglich das Paket zu Beginn der nächsten Rechnungsperiode zu aktivieren. Diese Vorgehensweise halte ich für etwas seltsam:

  • Ich bestellte immerhin ein Upgrade (von 25MB auf 1GB), und Orange entgeht dadurch bereits 1 Monat eine höhere Grundgebühr.
  • Meine Rechnungsperiode startet am 3. jedes Monats. Das Paket habe ich aber effektiv am 3.11.2009 um 18:16 bestellt, also nach Meinung Oranges um 18 Stunden zu spät.

Für eine solche Unternehmenspolitik habe ich kein Verständnis, zumal ich von meinem 25MB Datenpaket sicher noch nichts verbraucht hatte. Deswegen ist es mir unverständlich warum Orange hier an dieser Vorgehensweise auch nach mehrmaligen Verhandlungsversuchen per Email und Hotline festhält. Durch diese kundenUNfreundliche Vorgehensweise hat Orange es geschafft, einen langjährigen (seit 1999!) Kunden zu verärgern. Wegen Orange kann ich nun mein nagelneues G1 nur unter erheblichen Einschränkungen nutzen, es sei denn ich würde 1,5 EUR pro zusätzlichem MB Datentransfer zahlen.

Welchen Grund gibt es denn noch um Orange zu verwenden?

  • Die Netzabdeckung von Orange lässt stark zu wünschen übrig. In jedem zweiten Wiener Lokal hat man mit Orange (im Gegensatz zu vielen anderen Providern) KEINEN EMPFANG. Und außerhalb Wiens bzw. der Ballungsräume hat man ebenfalls keinen Empfang mehr (siehe z.B. Waldviertel oder Südburgenland). T-Mobile (Telering) sowie mobilkom/A1 (Drei) sind hier deutlich besser ausgestattet.
  • Schlechter Service. Wie eben beschrieben muss man mehrere Stunden auf die Beantwortung einer simplen Email warten. Auch von anderen Kunden weiß ich von ähnlichen Erfahrungen.
  • Bei Neuanmeldungen/Vertragsverlängerungen hat Orange kaum interessante Handys im Angebot. Speziell im Smartphone-Bereich ist Orange sehr schwach. Und Android-Handys werden überhaupt nicht angeboten.
  • Außerdem sind die Angebote zur Vertragsverlängerung unattraktiv. Denn trotz ausreichend guter Bonusstufe sind etwa iPhones noch immer mehrere Hundert Euro teuer. Alternativ kann man sich den Bonus auch als Gutschrift auf die Handyrechnung nehmen. (bei mir sind das aber magere 2 EUR pro Monat) Andere Provider haben hier deutlich bessere Angebote.

Hätte ich nicht noch mehrere Monate Vertragsbindung hätte ich mich spätestens jetzt für einen anderen Anbieter entschieden. Andere Provider würden sich über einen Smartphone-Kunden wie mich wohl freuen. Orange anscheinend nicht.