Durch meinen Job war/bin ich in der Lage verschiedene Hotels in Hamburg zu testen. Speziell für Business-Reisende stellt sich bei mittel- und langfristigen Projekten oft die Frage nach der geeigneten Unterkunft. Hotelbewertungsportale können hier nur bedingt weiterhelfen, da ein interessantes Designhotel zwar in den ersten zwei Nächten cool wirken mag, aber bei rund 130 Nächten in einem Jahr legt man dann doch auf andere Eigenschaften wert als der durchschnittliche Freizeitreisende.

Daher möchte ich meine Erfahrungen gerne mit anderen Leidgeplagten teilen - auf das ich ihre Suche nach dem optimalen Hotel abkürzen kann. Die Hotels sind absteigend nach meiner persönlicher Empfehlung sortiert. (Disclaimer: Hotelleistungen, Zimmerausstattung etc. können sich je nach Rate auch von meiner Beschreibung unterscheiden)

Le Royal Meridien - Top-Business Hotel mit gutem Bonusprogramm

  • Lage: Die Lage des Hotels an der Außenalster lädt zum Sporteln (Laufstrecke direkt an der Alster) ein. Mit der "Langen Reihe" befinden sich unzählige Restaurants in Gehreichweite, sonst liegt das Hotel aber eher abgelegen. Dafür ist der Taxistand direkt vor dem Hotel sehr praktisch.
  • Hotel: Das Hotel selbst ist schön, mit ausreichend Komfort, und bietet je nach Lage einen ruhigen Innenhof oder schöne Aussicht auf Alster und Hamburg.
  • Zimmer: Die Zimmer sind für Business-Reisende optimal eingerichtet, relativ groß. Das Badezimmer ist Geschmacksfrage, mit freistehender Badewanne und eigener Dusche mit Duschvorhang. Alle Zimmer haben einen großen Fernseher und das Mineralwasser im Zimmer ist kostenlos. Internetzugang kostet allerdings 19 EUR pro Tag, ohne Wochen-Abonnements. (ab Gold-Status ist aber Internet inklusive; ab Platinum ist Frühstück inklusive).
  • Wellness / Fitness: Der Fitnessraum wird zwar groß angepriesen, kann aber die (hohen) Erwartungen nicht erfüllen. Dennoch ist der Fitnessraum im Vergleich mit allen anderen Hotels der beste. Es gibt 2 Laufbänder, 2 Fahrräder, 1 Stepper, 1 Rudermaschine, einen Multifunktionstower sowie Kurzhanteln bis 20kg. Auch der Spa-Bereich mit (kleinerem) Innenpool überzeugt. Auch wenn der Pool nicht sonderlich groß ist, so kann man schon vier Züge am Stück schwimmen. Dampfbad und Sauna-Bereich sind ebenso ok, allerdings relativ eng und es fehlt der eigene Ruhebereich (wie etwa im Mövenpick Hotel).
  • Bonusprogramm / Meilen: Für Reisende mit längeren Aufenthalten wird das Bonusprogramm von der Starwood Hotelgruppe besonders interessant sein. Neben Gratis-Hotelnächten gibt es dann Gratis-Frühstück oder andere Annehmlichkeiten.

Empire Riverside - meine Empfehlung für Touristen

  • Lage: Das Empire liegt in St. Pauli schon fast an den Landungsbrücken und eröffnet so einen schönen Ausblick über den Hafen (vor allem mit Zimmern ab dem 10. bis 20. Stock!). Die Lage ist zentral, mit der Reeperbahn in der Nähe und auch zum Portugiesen-Viertel bei den Landungsbrücken ist es nicht weit.
  • Zimmer: Die Zimmer sind schön und praktisch, aber nicht besonders eingerichtet. Optimal auch für Business-Reisende. Nur die Betten (meist 2 zusammengestellte Einzelbetten) konnten mich nicht überzeugen. Das Internet ist zwar inklusive, allerdings nur mit Kabel (kein WLAN verfügbar, Kabel kann man sich ausborgen).
  • Wellness / Fitness: Und auch der Fitnessbereich kann im Vergleich (etwa Lindner oder Radisson) nicht mithalten (ein paar Geräte, Stepper, Kurzhanteln). Direkt angrenzend befindet sich der Sauna-Dampfbad-Bereich mit etwa 5 Liegen. Hier könnte man sich etwas mehr erwarten.
  • Bonusprogramm / Meilen: Auch für Punktesammler gibt es derzeit noch keine Möglichkeit Meilen zu sammeln (könnte sich aber in den kommenden Monaten noch ändern)
  • Preis: Dafür ist das Frühstück sehr gut, und auch preislich liegt das Empire deutlich günstiger als andere 4*-Hotels.

Lindner am Michel - solides Mittelklasse Business-Hotel

  • Lage: Das Lindner liegt zentral in der Nähe der Parkanlage 'Planten un Blomen' und somit auch in Gehreichweite zu den Landungsbrücken + St. Pauli.
  • Zimmer: Die Zimmer sind Business-Standard. Das offene Bad mag vielleicht manchen stören. Das Internet/WLAN ist extra zu zahlen (10 EUR pro Tag, 40 EUR pro Woche).
  • Bonusprogramm/Meilen: Wer das Bonusprogramm nicht nutzen will, kann sich pro Aufenthalt 500 Meilen anrechnen lassen.
  • Wellness / Fitness: Neben der (im Vergleich zu anderen 4*-Hotels) günstigen Rate, liegt der weitere Vorteil im relativ großen großzügigen Wellnessbereich (Sauna+Dampfbad) sowie im platzmässig großzügigen Fitnessbereich (2 Laufbänder, Crosstrainer von Technogym).

Mövenpick Hotel - guter Kompromiss für Business-Trips

  • Lage: Das Mövenpick Hotel befindet sich im ehemaligen Wasserturm an der Sternschanze. Somit befinden sich sowohl U-Bahn/S-Bahn und vor allem das Schanzenviertel mit vielen Ausgehmöglichkeiten in unmittelbarer Nähe.
  • Hotel: Das Hotel kann den besonderen Flair des Gebäudes gut integrieren und vermitteln.
  • Zimmer: Die Zimmer sind zwar nicht sonderlich groß (immerhin musste man sich an die Gegebenheiten des Wasserturms anpassen), dafür aber praktisch eingerichtet (nur die Kofferablage ist ein wenig zu klein). Zimmerupgrades zeichnen sich meist nur durch einen zusätzlichen Wasserkocher aus. Leider ist das Bad etwas unpraktisch gestaltet. Auch das Internet ist mit 12 EUR für 24h extra zu zahlen (WLAN, relativ langsam).
  • Wellness / Fitness: Ausdrücklich positiv zu erwähnen ist der großzügige Saunabereich (Sauna und Saunarium, kein Dampfbad, mit 4 Liegen). Der Fitnessbereich ist eher platzmässig mittelgroß, aber die Ausstattung eher gering (1 Laufband, 1 Rad, 1 Multi-Maschine). Dafür kann man sich für 2 EUR/5min ins Solarium legen.
  • Bonusprogramm / Meilen: Je nach Rate ist zwar das gute Frühstück inkludiert, aber mglw. sind keine Prämienmeilen inkludiert.

Radisson Blu - gutes internationales Hotel mit schlechter Lage

  • Lage: Wer die Nähe zur Messe sucht, der liegt beim Radisson Blu richtig. Sonst gibt es in der Umgebung aber relativ wenig, wer am Abend gerne ausgehen möchte ist somit wohl in anderen Hotels besser aufgehoben. Das ist aber auch der wirklich einzige Punkt der gegen das Radisson spricht.
  • Zimmer: Das Frühstück ist gut, die Zimmer praktisch und gut. Und WLAN ist inklusive.
  • Bonusprogramm/Meilen: Für Langzeitgäste gibt es das gute Punkteprogramm, oder alternativ 500 Meilen.
  • Wellness / Fitness: Der Wellnessbereich ist groß (Sauna, Dampfbad), der Fitnessbereich zwar gut ausgestattet (3 Crosstrainer, 4 Laufbänder, 1 Freihantelbereich sehr klein, 1 Universalmaschine), dafür aber eher klein geraten und etwas von der Wellness-Rezeption bedrängt.

25hours Hafen City - Symphatisches Design-Hotel für Touristen

  • Hotel: Aufgepasst, denn es gibt noch ein anderes 25 Hours Hotel im Hamburg. Das 25h in der Hafen City wurde erst vor kurzem eröffnet und ist ein symphatisches Design-Hotel, natürlich im Hafen-/Seefahrts-Stil. Frühstück gibt es um günstige 16 EUR.
  • Zimmer: Viele Details in den Zimmern sind liebevoll umgesetzt worden und stehen für den Stil der 25hours-Kette. Für regelmäßig wiederkehrende Business-Reisende wird dieses Design aber auf Dauer vielleicht zu viel. Die Zimmer sind angemessen groß, es gibt gratis WLAN sowie drei Sky-TV-Sender. Allerdings fehlt auch hier die Kofferablage und der "Kasten"/Ablagefläche ist ebenso begrenzt.
  • Wellness / Fitness: Leider muss für die Sauna 10 EUR aufgezahlt werden, ein Fitnessbereich ist nicht vorhanden.
  • Bonusprogramm / Meilen: Aber auch hier gibt es keine Meilen/Punkte, was für Business-Reisende oft ein starkes Argument ist.
  • Lage: Abschließend ist auch die Lage nur suboptimal. Zwar die die HafenCity interessant, der Hafen in Gehreihweite. Aber abends ist das Viertel etwas ausgestorben und gastronomisch ebenso wenig erschlossen.

Side Hotel - moderner Luxus für Freizeitreisende

  • Lage: Das 5-Stern Hotel liegt in der Nähe des Gänsemarktes und somit relativ zentral.
  • Hotel: Das Hotel selbst ist schön, schlicht und modern.
  • Zimmer: Die Zimmer sind ebenso in Ordnung, die Größe ok und die Betten gut. Negativ fällt dagegen der kleine Fernseher auf, das einsehbare Badezimmer ohne viel Privatsphäre und das ungewöhnliche und unbequeme Klo. Am fehlenden Kofferständer merkt man die Ausrichtung auf Freizeitgäste. Auch das WLAN ist mit 21 EUR pro Tag relativ teuer, aber mglw. bereits in der Rate inkludiert.
  • Wellness / Fitness: Der Fitnessbereich ist klein und eher enttäuschend mit 2 Laufbändern, 1 Crosstrainer sowie einem Rad ausgestattet (alles Technogym Geräte). Es gibt eine Langhantel mit wenig Gewicht und Kurzhanteln bis 10kg. Dafür gibt es einen Pool der größer ist als der Pool im Le Meridien und etwa 5-6 Schwimmzüge verkraftet. Sauna oder Dampfbad gibt es aber nicht (oder hätte ich nicht entdeckt).
  • Bonusprogramm / Meilen: Nachdem es auch keine Punkte oder Meilenprogramm gibt, ist das Hotel für Langzeitgäste tendenziell uninteressant. (ggf. ab 2013 Bonusprogramm)

Renaissance Hotel - nur für Punkte-Junkies

  • Bonusprogramm / Meilen: Der wirkliche Vorteil des Renaissance Hotels ist dessen Zugehörigkeit zur Marriott-Gruppe. Dadurch ist es möglich auch Punkte in diesem Bonusprogramm zu sammeln, was zumindest bei meinen Kollegen der Grund für den Aufenthalt war/ist.
  • Hotel: Denn ansonsten kann das Hotel weder durch die Lage, noch durch die Ausstattung überzeugen.
  • Zimmer: Laut Website im Art-Deco-Stil präsentieren sich die Zimmer in die Jahre gekommen. Das Bad (Badewanne + Duschvorhang) ist veraltet, die Klimaanlage ist schlecht regulierbar. Und der Röhrenfernseher gehört anscheinend auch noch zum Art-Deco-Stil. Immerhin sind die Zimmer relativ groß und es gibt eine Tee-Selektion am Zimmer. Aber auch hier fehlt die Kofferablage und das WLAN ist mit 12,5 EUR pro Tag zu bezahlen.
  • Wellness / Fitness: Der Wellness-Bereich inkludiert eine Sauna (kein Dampfbad), wobei die Duschen schon etwas heruntergekommen sind. Der Ruhebereich ist auf der Plattform aufgebaut. Im Fitnessbereich gibt es 2 Laufbänder, ein Rad und einen Crosstrainer sowie drei Maschinen, alle von Herstellern mit schlechterer Qualität.

East - Design vor Nutzen

  • Lage: Vorteilhaft ist die zentrale Lage in St. Pauli, gleich hinter der Reeperbahn.
  • Hotel: Das East-Hotel ist ein Design-Hotel und somit zwar für einen kürzeren Freizeit-Aufenthalt geeignet, für einen Business-Trip aber weniger interessant.
  • Zimmer: In den relativ kleinen Zimmern fehlt etwa die Kofferablage. Dafür ist das Badezimmer welches direkt im Zimmer integriert ist mit großer Badewanne interessant. (wobei manchen wieder das offene Bade"zimmer" stören mag, zumal sich der Waschtisch zum Teil fast direkt neben dem Bett befindet.
  • Wellness / Fitness: Leider ist für Fitness extra zu zahlen (23 EUR/Woche bei 6 Monatsmitgliedschaft; 29 EUR bei jederzeit kündbarer Mitgliedschaft). Der Wellnessbereich ist inklusive und schön.
  • Preis: Auch preislich kann das Hotel nicht mit anderen mithalten, inklusive Frühstück kommt man kaum auf unter 150 EUR.

Fazit

  • Für Freizeitreisende würde ich das Empire Riverside oder das 25hours empfehlen.
  • Für Business-Reisende ist das Le Royal Méridien erste Wahl, insbesondere für die die eine gute Mischung aus Punkteprogramm und Hotelkomfort suchen. Weitere Alternativen wären das Lindner (500 Meilen + Fitness), das Radisson (Punkteprogramm) oder das Empire Riverside (Lage).

Tags: Google , Google Calendar , Lotus Notes , Software , Synchronization , Tool

Lotus Notes is known as a very secure collaborative software for email, calendar and much more. But, it is also known for its closeness. For instance it is not possible to synchronize Lotus Notes with other applications or hardware with standard features. This is a problem if you would like to access your calendar on your Android based mobile phone or iPhone. With Microsoft Outlook or the Microsoft Exchange Server system the calendar and email synchronization is much easier and partly possible directly with the existing system.

With Lotus Notes it gets a bit more complicated as you have to use Google Calendar as an intermediary. So basically, you are synchronizing Lotus with Google and Google with your Phone.

You will need two things. First, of course, you need a Google Calendar account. Secondly, you will need a software with enables your computer to synchronize Lotus with Google. There a several software packages available - some are paid ones, some are free and open source.

Here is an overview over existing software tools. I will start this list with the basic programs and scripts first (often command-line based with no GUI) and the most promising, sophisticated tools (with GUI and also two-way synchronization - but not for free) last.

If you don't have the time reading the whole article and then trying to find a tool which is working with your configuration, then just try GooCalSync Professional. It worked for me.

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Tags: Alltag

Das Leben ist kurz. Deswegen: Wer effizienter lebt, hat mehr vom Leben. Und ich verbringe meine Zeit ungern wartend bei einer Busstation. Daher habe ich mich etwas intensiver mit dem Problem der Wahl der richtigen Busstation auseinandergesetzt. Manche mögen mich deswegen für verrückt halten, aber ich basiere meine Entscheidungen am liebsten auf Grundlage von Fakten. Cool Daher präsentiere ich hier einen kurzen Exkurs in meine Welt: In die Welt der "Wahl der richtigen Busstation".

Es handelt sich um ein typisches Alltagsproblem. Nachdem ich teilweise mehrmals pro Woche mit dem Bus fahre, habe ich mich schon öfter damit beschäftigt welche Busstation für mich optimal ist. Und wie wir sehen werden, kann man durch die optimale Wahl durchaus Zeit einsparen. Das Problem wirkt trivial, ist aber auf den zweiten Blick sogar komplexer als gedacht.

Die folgende Skizze verdeutlicht die Situation. Zwei Busstationen liegen in Reichweite. Zunächst beschäftigen wir uns mit dem Fall das wir mit dem Bus ankommen und nachhause wollen. Ist daher die erste Station mit längerem Gehweg optimal, oder die zweite (kürzer von zuhause entfernte) Station?

Für die reale Entscheidung spielen persönliche Präferenzen wie der Faktor Zeit und der Faktor Anstrengung (durchs Gehen) auch noch eine Rolle. Für dieses Beispiel beschränke ich mich aber nur auf den Faktor Zeit.

Als Erstes habe ich mit der Messung der Konstanten begonnen:

  • Gehgeschwindigkeit: 5,1 km/h
  • Entfernung zu Station A: 250m
  • Entferung zu Station B: 150m
  • Zeit die der Bus zwischen den Stationen benötigt (inklusive Einstieg & Stehen bleiben bei der vorigen Station): 1,25min

Berücksichtigt man also die Fahrzeit des Busses so ist Station A optimal und zwar um 0,074min oder 4,4 Sekunden. Da man innerhalb der Fahrzeit des Busses bei 5,1km/h Gehgeschwindigkeit 107 Meter zurücklegen kann, ist es klar das Station A optimal ist.

Während aber die Fahrzeit des Busses als annähernd konstant angenommen werden kann, so ist die Gehgeschwindigkeit beeinflussbar. Bei variabler Gehgeschwindigkeit ergibt sich folgendes Bild:

Gehgeschwindigkeit [km/h] 3,5 4,0 4,5 5,0 5,5 6,0 6,5 7,0
Wegzeit für Station A 4,3 3,8 3,3 3,0 2,7 2,5 2,3 2,1
Wegzeit für Station B 2,6 2,3 2,0 1,8 1,6 1,5 1,4 1,3
Wegzeit für Station B + Fahrtzeit 3,8 3,5 3,3 3,1 2,9 2,8 2,6 2,5
Differenz in Sekunden 27,9 15,0 5,0 -3,0 -9,5 -15,0 -19,6 -23,6

In Abhängigkeit von der Gehgeschwindigkeit gibt es also eine eindeutige Entscheidung für Station B (Geschwindigkeit unter 4.8km/h) bzw. Station A (über 4.8km/h). Der Zeitvorteil hält sich aber noch in Grenzen. Man könnte nun noch die Unsicherheit über die tatsächliche Fahrzeit des Busses (Verzögerungen) als weitere Variable berücksichtigen, worauf ich in diesem Beispiel aber verzichte.

Stattdessen möchte ich nun den umgekehrten Fall berechnen: Wenn man mit dem Bus in Richtung Stadt fährt (siehe Skizze 2). Dazu treffen wir zwei weitere Annahmen: Die Abfahrtszeiten (Fahrplan) ist nicht bekannt. Und die Busse sind in regelmäßigen, gleichbleibenden Intervallen unterwegs. Da der Bus bei der kürzeren Station um die Ecke wegfährt, hat man bei der längeren Station den Vorteil den Bus zu erkennen und durch Laufen Zeit gutzumachen.

Die Konstanten:
In diesem Beispiel gehe ich davon aus den Bus 30 Sekunden vorm Eintreffen bei Station A zu erkennen und mit etwa 15km/h zu laufen. Außerdem muss die Fahrzeit des Busses um die Einstiegszeit (15sec) korrigiert werden (die beim Wegfahren nicht dazugezählt werden kann da man bis zur letzten Sekunden einsteigen kann).

In Abhängigkeit von der Gehgeschwindigkeit ergibt sich folgender Vorteil:

Gehgeschwindigkeit [km/h] 3,5 4,0 4,5 5,0 5,5 6,0 6,5 7,0
Wegzeit für Station A 2,6 2,4 2,2 2,0 1,9 1,8 1,7 1,6
Wegzeit für Station B 2,6 2,3 2,0 1,8 1,6 1,5 1,4 1,3
Wegzeit für Station B + Fahrtzeit 3,6 3,3 3,0 2,8 2,6 2,5 2,4 2,3
Differenz in Sekunden -55,7 -52,5 -50,0 -48,0 -46,4 -45,0 -43,8 -42,9

Durch die Möglichkeit zu Laufen ist es also in jedem Fall besser Station A zu wählen. Der Zeitvorteil liegt hier zwischen 43 und 56 Sekunden.

Dieser Vorteil ist aber eigentlich offensichtlich. Die weitaus interessantere Frage ist allerdings um wie viel dadurch auch die Wartezeit auf einen Bus kürzer wird bzw. in wie viel % der Fälle gelaufen werden muss. Denn in der Möglichkeit zu laufen liegt ja der eigentliche Vorteil, nicht darin das man immer laufen muss.
Dieser Vorteil ist wiederrum abhängig vom jeweiligen Busintervall:

Busintervall durchschnittliche Wartezeit Station B durchschnittliche Wartezeit Station A % weniger Wartezeit = % der Fälle wo laufen notwendig ist
3 min 1,5 1,25 17%
4 min 2 1,75 13%
5 min 2,5 2,25 10%
6 min 3 2,75 8%
7 min 3,5 3,25 7%
8 min 4 3,75 6%
9 min 4,5 4,25 6%
10 min 5 4,75 5%
11 min 5,5 5,25 5%
12 min 6 5,75 4%
13 min 6,5 6,25 4%
14 min 7 6,75 4%
15 min 7,5 7,25 3%

Zum Beispiel: Bei einem Intervall von 5 Minuten muss man in 10% der Fälle laufen und hat daher auch in 10% der Fälle eine geringere Wartezeit als bei Station B.

Denn bei der kurzen Wegstrecke habe ich keine Möglichkeit die Wartezeit zu beeinflussen. Bei idealer Gleichverteilung des Intervalls, ist die durchschnittliche Wartezeit also die Hälfte des Intervalls. Bei Station A verkürzt sich die längste mögliche Wartezeit (= Intervall) durch die Möglichkeit zu laufen um 30 Sekunden, wodurch sich die durchschnittliche Wartezeit um 15 Sekunden reduziert. Man könnte natürlich genauso zur kürzeren Station B laufen. Hier müsste man aber (aufgrund der behinderten Sicht) laufen ohne zu wissen ob es sich auch auszahlt. Dieses Risiko besteht bei Station A nicht.

Mit der längeren Strecke + Laufen habe ich also immer eine kürzere Wartezeit. Aber in wie viel % der Fälle erreiche ich durch diesen zusätzlichen Aufwand (längere Gehstrecke + optionales Laufen) auch den früheren Bus? Denn nur wenn ich den früheren Bus erwische zahlt sich das laufen auch wirklich aus.

Zur Berechnungsmethodik: Der Bus der mit der kürzeren Strecke erreicht werden kann ist der "Standard-Bus" der mit der längeren Strecke (durch Laufen) sowieso erreicht werden kann. Die Frage ist, in wie vielen Fällen auch noch der Bus davor erwischt werden kann, der mit der kurzen Strecke nicht erreichbar gewesen wäre.
Ich erwische dann den früheren Bus wenn ich den Bus mit der kürzeren Strecke nicht mehr erreichen kann, aber mit der längeren Strecke erwischen kann. Das heißt: Zeit der kurzen Strecke abzüglich der Zeit in die man selbst für die lange Strecke benötigt (inkl. Laufen) plus der Fahrzeit des Busses, in Relation zum Intervall.

Gehgeschwindigkeit [km/h]
Busintervall 3,5 4 4,5 5 5,5 6 6,5 7
3 min 31% 29% 28% 27% 26% 25% 24% 24%
4 min 23% 22% 21% 20% 19% 19% 18% 18%
5 min 19% 18% 17% 16% 15% 15% 15% 14%
6 min 15% 15% 14% 13% 13% 13% 12% 12%
7 min 13% 13% 12% 11% 11% 11% 10% 10%
8 min 12% 11% 10% 10% 10% 9% 9% 9%
9 min 10% 10% 9% 9% 9% 8% 8% 8%
10 min 9% 9% 8% 8% 8% 8% 7% 7%
11 min 8% 8% 8% 7% 7% 7% 7% 6%
12 min 8% 7% 7% 7% 6% 6% 6% 6%
13 min 7% 7% 6% 6% 6% 6% 6% 5%
14 min 7% 6% 6% 6% 6% 5% 5% 5%
15 min 6% 6% 6% 5% 5% 5% 5% 5%

Bei einem Intervall von 5min und einer Gehgeschwindigkeit von 5km/h erreiche ich in 16% der Fälle den früheren Bus durch das Gehen/Laufen zu Station B. Wenn ich bereit bin in 10% der Fälle zu laufen, dann ist die Wahl der Station A vorteilhaft für mich.

Ich hoffe damit habe ich alle Unklarheiten beseitigt! Cool

Tags: Buch , Kirche , Vatikan AG

Vatikan AGIn den letzten Tagen hatte ich die Möglichkeit als einer der Ersten das frisch aus dem Italienischen übersetzte Buch „Vatikan AG" von Gianluigi Nuzzi zu lesen. Das Buch dreht sich um die Machenschaften der Vatikanbank sowie die Verschleierung der Vorfälle durch den Vatikan. Renato Dardozzi, Kanzler der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften, hat diese Vorfälle vatikanintern untersucht. Seine gesammelten Dokumente wurden nach seinem Tod an Nuzzi übergeben und bilden die Grundlage für das Original-Buch „Vatikan S.p.A.".

Äußerst detailliert berichtet der Autor von den Missständen im Finanzsystem des Vatikans, allen voran das IOR, die Vatikanbank. Wer sich das Buch kaufen möchte, sollte Namen und Zahlen lieben. Denn es fällt schwer die Vielzahl der involvierten Personen die in die dubiosen Geschäfte und Vertuschungen verwickelt waren richtig zu merken und zuzuordnen. Wenn man sich einen spannungsgeladenen Roman oder Wirtschaftskrimi erwartet, wird man möglicherweise enttäuscht werden. Vatikan AG ist nun mal ein Sachbuch und überzeugt durch akribisch recherchierte (komplexe) Zusammenhänge über die Finanzpolitik des Vatikans in den 90er Jahren.

Das Buch zeigt die Verdunkelungs- und Verschleierungstaktik des Vatikans bei den Ermittlungen der italienischen Justiz. Insbesondere wird deutlich das der Vatikan wie ein normales Unternehmen handelt und es eben auch im Vatikan eine Reihe von schwarzen Schafen gibt. Die aufgedeckten Verhaltensweise unterscheiden sich nicht grundlegenden vom Verhalten in anderen Wirtschaftsskandalen. Ebenso gibt es auch keinen einzelnen Schuldigen, sondern eine ganze Reihe von Personen die in die illegalen Tätigkeiten involviert sind.

Die Tatsache dass ein Großteil der kriminellen Tätigkeiten nicht direkt von kirchlichen Angehörigen verbrochen wurde nimmt den Kirchenkritikern ein wenig den Wind aus den Segeln. Allerdings trägt die Verschleierungstaktik des Vatikans nicht zum guten Image der Kirche bei. Angesichts des momentanen Missbrauchsskandals in der katholischen Kirche scheint das Buch genau zum richtigen Zeitpunkt erschienen zu sein.

Tags: Politik , Volksbefragung , Wien

Die Wiener Volksbefragung 2010 (eigentlich Wiener Bürgerbefragung) ist Geschichte. Und auch wenn Wien's Opposition das etwas anders sieht, so kann man die Volksbefragung doch als Erfolg und Imagegewinn für die SPÖ Wien verbuchen. Aus demokratiepolitischer Sicht war sie allerdings ein Totalschaden, wie auch Georg Günsberg schreibt.

Denn mehrere Dinge fallen negativ auf:

Manipulative Fragestellungen: Wenn auf einem Wahlzettel gleichzeitig die vorteilhafte Wirkung einer Ganztagsschule zu erwähnt wird; oder die Maßnahmen zur Verbesserung der Parkplatzsituation; oder das hervorragende Nachtbus-Angebot; dann kann man nicht mehr von einer neutralen Befragung sprechen. Auch wenn es nicht beweisbar ist, aber die Ergebnisse der Volksbefragung könnten durch diese manipulativen Fragestellungen stark verzerrt worden sein. Eine wissenschaftliche Vorgehensweise ist es jedenfalls nicht. Weiters kommt hinzu, dass die einzelnen Themen unzureichend beschrieben wurden. Was bedeutet Nachtbetrieb der Wiener U-Bahnen (15min Takt, 30min?). Bezieht sich die Citymaut auf die Innenstadt (wie in London), auf die inneren Bezirke oder auf die Stadtgrenzen? Christoph Chorherr (meiner Meinung nach der beste Wiener Stadtpolitiker) beschreibt dieses Definitionsproblem hinsichtlich der Citymaut sehr gut.

Hohe Kosten: 7,7 Millionen Euro wurden allein zur Bewerbung der Volksbefragung verwendet. Mit diesen Mitteln hätte der U-Bahn Nachbetrieb bereits mehr als ein Jahr finanziert werden können (5 Mio. EUR pro Jahr). Speziell angesichts der nicht eindeutigen Fragestellungen hätte man mit 100.000 EUR mit normaler Marktforschung wohl genauso viel erreichen können. Die Ergebnisse hätte ich ebenso vorhersagen können, für einen Bruchteil der Kosten.

Die Möglichkeit der Briefwahl ist ja durchaus praktisch. Aber nachdem am Samstag, 13.02. schon erste Ergebnisse veröffentlicht wurden und das offizielle Ende (spätestmöglicher Termin zur Einsendung der Wahlkarten) aber erst am 21.02. war, konnte die Wahl theoretisch noch verzerrt werden. Tatsächlich sind die Ergebnisse vom 13.02. und 21.02. annähernd gleich geblieben und haben nichts mehr verändert. Aber, aus demokratiepolitischer Sicht ist diese Vorgehensweise bedenkenswert.